OnePlus 6 im Test – Was kann das Flaggschiff ab 500 Euro? OnePlus 6 im Test – Was kann das Flaggschiff ab 500 Euro?
4.5
Vor knapp 4 Jahren wurde die erste Generation OnePlus One veröffentlicht, meinen Testbericht vom OnePlus One findest du hier. Nun ist die 6.te Gerätegeneration... OnePlus 6 im Test – Was kann das Flaggschiff ab 500 Euro?

Vor knapp 4 Jahren wurde die erste Generation OnePlus One veröffentlicht, meinen Testbericht vom OnePlus One findest du hier. Nun ist die 6.te Gerätegeneration auf dem Markt und kann wiedermal in fast allen Bereichen gegen die Konkurrenz von Samsung und Co punkten. Doch wie schlägt es sich genau?

Früher musste man sich zum Kauf der Geräte einladen lassen, nun kann man diese ganz schnell und einfach per Amazon für einen Preis von knapp 520 Euro klicken. Da wundert es einem nicht, wenn die Geräte von OnePlus zu den besten auf dem Markt gehören. Gerade weil man hier viel Leistung für wenig Geld bekommt. Das galt früher, doch sind die neuen Geräte wirklich noch so gut?

OnePlus 6 – Technische Daten

Modell
OnePlus 6
Betriebssystem
OxygenOS basierend auf Android 8.1
Display
6,28 Zoll AMOLED mit 2.280 x 1.080 Pixeln
 (19:9-Seitenverhältnis)
Prozessor
Qualcomm Snapdragon 845 @ 2,45 GHz
Arbeitsspeicher
6 bzw. 8 GB LPDDR4
Interner Speicher
64 GB, 128; 256 GB UFS 2.1, keine Möglichkeit für eine MicroSD-Speicherkarte
Hauptkamera
Dual-Kamera mit 16 MP und 20 MP, Dual-LED-Blitz
Frontkamera
16 MP
Akkukapazität
3.300 mAh (fest verbaut, nicht austauschbar),
„Dash Charge“ Schnellladelösung
Konnektivität
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, 2×2 MIMO
Bluetooth 5.0, GPS, LTE, NFC
Abmessungen
155,7 x 75.35 x 7,75 mm
Gewicht
177 Gramm
Farben
Midnight Black, Mirror Black, Silk White
Sonstiges
Dual-SIM, Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C, Kopfhörerbuchse, Spritzwasserfest
Preis

OnePlus 6 – Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Smartphone selbst, noch ein rotes USB-C Kabel, ein Netzkabel mit satten 4A Ladestrom und eine Kunststoffhülle.

OnePlus 6 – Design und Verarbeitung

Eines vorneweg: Von OnePlus 6 gibt es drei Modell-Varianten. Ich habe für diesen Testbericht die Version A6003 midnight Black vom Hersteller gestellt bekommen. Ich kann mir also nur für diese Modellversion eine Meinung bilden. Technisch ist diese Version jedoch mit den Varianten „Mirror Black“, „Rot“ und „Silk White“ identisch.

Die Verarbeitung ist beim OnePlus 6 wiedermal perfekt. Es fühlt sich hochwertig an, es sind keine Spaltmaße erkennbar. Der Rahmen ist weiterhin aus Metall und ist gut verarbeitet. Die Rückseite, welche wie eine Metallic-Lackierung beim Auto leicht im Licht schimmert und zeigt beim genaueren Hinsehen eine Lichtform in Form des Buchstaben S.

Dies liegt daran, dass die Rückseite aus „Mehrschichtenglas mit Lochschichten“ besteht. Durch die ganz kleinen Löcher „entweicht“ das Licht und formt sich so. Kurzum: Sie besteht aus Glas, fühlt sich aber leicht an wie Metall – hart, fest aber trotzdem warm und weich. Fingerabdrücke werden übrigens weitestgehend absorbiert, was mich insbesondere für die „fettige Finger-Fraktion“ erfreut.

Laut Hersteller soll Regen oder Feuchtigkeit dem OnePlus 6 nichts anhaben können. Allerdings sollte man eine Dusche, Regen oder gar das zeitweilige Untertauchen stets vermeiden, da es nicht Wasserdicht ist.

OnePlus 6 – Display

„Holy moly sind das kräftige Farben“, war mein erster Eindruck, als ich das OnePlus zum ersten Mal eingeschaltet hatte. Mein zweiter Gedanke drehte sich um die Vorderseite, die fast das ganze Display auf der Front einnimmt. Nur die kleine Notch unterbricht das 6,28 Zoll große Display etwas, in der die Hörmuschel, die Frontkamera und ein paar Sensoren eingelassen sind.

Das OLED-Panel löst mit satten 2.280 x 1.080 Pixeln auf und setzt damit auf ein 19:9 Seitenverhältnis. Die Farben wirken sehr satt, das Schwarz sehr dunkel und ist auch bei einem sehr schrägen Winkel blickstabil. Für mein Empfinden sind die Farben in der Grundeinstellung etwas zu satt. Wer möchte, kann die Farben in den Displayeinstellungen nach sRGB, DCI-P3 und weiteren Optionen nach belieben anpassen.

Über die Einstellungen kann man auch „Night Shift“ bzw einen Nachtmodus aktivieren, in dem das blaue Licht in den Abendstunden deaktiviert werden kann. So sorgt es dafür, dass unsere Augen weniger angestrengt werden und der Botenstoff Melatonin ausgeschüttet wird. So wird der Körper müde.

Ebenso ist ein Lesemodus für einzelne Apps onBoard, der Inhalte in Schwarz-Weiß anzeigt, damit man Inhalte z.B in eBook-Readern besser lesen kann. Dies kann pro Anwendung separat aktiviert werden.

Die Notch ist ein Thema für sich. Wer die Notch mag, kann fast das komplette Display mit Inhalten füllen. In der rechten oberen Benachrichtigungsleiste werden bis zu 4 Apps gleichzeitig angezeigt. Sind mehr Apps vorhanden, werden diese durch drei Punkte symbolisiert. Links steht hingegen nur die Uhrzeit. Zieht man die Leiste runter, werden alle weiteren Apps und Benachrichtigungen angezeigt.

Oneplus 6 – Kamera

Auf der Rückseite befindet sich mittig eine Dual-Kamera. Die Hauptkamera löst mit 16 Megapixeln auf, besitzt eine f/1,75 Blende und einen optischen Bildstabilisator. Die zweite Kamera besitzt einen 20 Megapixel RGB-Sensor mit einer f/1,75 Blende und sorgt für einen schönen Bokeh-Effekt (Tiefenunschärfe) bei den Aufnahmen.

Videos kann das OnePlus 6 in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunden aufnehmen. Slow-Motion-Videos sogar mit 240 Frames/sec bei 1.080p und 480 Frames/sec bei 720p Auflösung.Die Qualität der Bilder ist überraschend gut, das war man nicht immer von OnePlus gewöhnt.

Details werden durch das große Display gut dargestellt, die Farben allerdings schon fast unnatürlich. Beim Scharfzeichner übernimmt sich OnePlus etwas, und Details werden für meine Verhältnisse zu kräftig dargestellt. Das bin ich vom iPhone 7 etwas anders gewöhnt.

Du kannst wählen, ob du Bilder lieber im 4:3, 19:9 oder im 1:1 aufnehmen möchtest. Ich habe zum testen das gleiche Motiv genommen. Man sieht deutlich, welcher Bildausschnitt zu welchem Modus gehört und das es im Grunde fast egal ist, wie man die Bilder aufnimmt. Allerdings ist der Bildausschnitt auf den Bilder minimal anders, obwohl ich penibel darauf geachtet, das Motiv und meine Position nicht zu verändern.

Für diesen Testbericht habe ich allerdings alle Bilder im 4:3 aufgenommen, weil diese auf allen Geräten am besten dargestellt werden können.

Ganz überrascht bin ich von den vielen Möglichkeiten, die man mit der integrierten Kamera-App so anstellen kann. Zahlreiche Einstellungsoptionen, der Pro-Modus und die RAW-Unterstützung lassen auch für Profis keine Wünsche offen. Einen speziellen „Nachtmodus“ wie beim Huawei P20 Pro ist jedoch nicht dabei. Ganz besonders der Portrait-Modus insbesondere der Bokeh-Effekt gefällt mir sehr.

Grundlegend kann man sagen, die Kamera des OnePlus 6 reicht für 90% der Nutzer, da sie sehr gute Fotos macht, die man auch später noch nachbearbeiten könnte – wenn man es möchte. An die Konkurrenz kommt sie jedoch – gerade in dunklen Bereichen – nicht heran.

OnePlus 6 – Leistung und Performance

Der verbaute Snapdragon 845 leistet bis zu 2,8 Ghz und gehört damit zur Spitzenklasse im Jahr 2018. Begleitet wird dieser von der Adreno 630 GPU und zwischen 6 GB und 8 GB RAM. Damit dieser nicht ausgebremst wird, verbaut OnePlus hier einen schnellen UFS-2.1 Speicher mit bis zu 256 GB, der allerdings nicht per MicroSD-Karte erweiterbar ist. In diesem Test habe ich die Version 128 GB zur Verfügung gestellt bekommen.

Im Alltagsgebrauch erlaubt sich das OnePlus 6 keine Verzögerungen. Der Wechsel zwischen den Apps geschieht schnell, läuft wunderbar fließend und smooth, auch wenn viele Programme gleichzeitig offen sind. Beim Zocken wird das Gehäuse minimal warm – auch das Quälen durch Benchmarks meisterte es mit Bravur.

Hier schafft das OnePlus 6 übrigens knapp 290.000 Punkte beim Antutu-Test, der Geekbench-Score ist 2.475 bei Single-Core und beim Multi-Core 9.071 im Multi-Core. Leistungsmäßig ist das Oneplus 6 damit auf einer Höhe mit dem neuen Galaxy S9 oder die neuen Pixel-Smartphones bei einem weitaus günstigeren Preis von derzeit ca. 500 Euro.

OnePlus 6 – Akku

Mit 3.300 mAh ist der Akku genau gleichgroß, wie auch schon beim Vorgänger OnePlus 5T. Ich hatte die üblichen Apps wie Facebook, Instagram, Evernote und weitere installiert und lag bei normaler Nutzung bei etwas mehr als einem Tag Nutzungszeit. Wer das OnePlus 6 als DailyDriver einsetzt, darf sich auf knapp 1,5 Tage Nutzungszeit freuen.

Das Aufladen des Systems ist ähnlich, wie das restliche System: Ratzfatz! Das mitgelieferte Dash-Charge-Ladegerät läuft mit satten 4A und füllt in etwa einer halben Stunde das OnePlus 6 auf knappe 50%, ohne dass es warm wird.

Ganz vollgeladen ist der Akku nach etwas mehr als 2 Stunden. Leider verzichtet OnePlus hier auf eine kabellose Ladefunktion, allerdings ist dies bei einer so schnellen Ladung durchaus verkraftbar.

OnePlus 6 – Lautsprecher und Konnektivität

Auf der Unterseite ist ein Monolautsprecher verbaut, der klanglich überzeugt. Er ist laut, Musik hört sich gut an und auch das Gegenüber beim Telefonieren wird klar und deutlich verstanden – sowohl über den Lautsprecher, als auch über die Hörmuschel. Allerdings fehlt mir hier etwas der Bass bei der Wiedergabe durch den unteren Lautsprecher.

Anders als bei den meisten High-End-Geräten verbauen die Chinesen zum Glück noch 3,5mm Klinkenbuchsen für die Kopfhörer. Für die Audiophilen-Fans unter euch darf man die Fähigkeit von Bluetooth 5 und APTX erwähnen, welches Audio in Studio-Qualität übertragen kann.

OnePlus 6 – Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor

Ein Fingerabdrucksensor hat mittlerweile fast jedes Smartphone. Auch bei 6er Modell setzt OnePlus auf ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Dieser reagiert extrem flott und super genau. Noch etwas flotter reagiert die Gesichtserkennung.

Diese reagiert sogar so schnell, dass ich teilweise fast dachte, ich entsperre das Gerät über den Power-Button auf der Seite. Kaum gedrückt, scannt die Gesichtserkennung mein Gesicht und entsperrt das Display. Dafür muss man relativ mittag auf das Gerät schauen. Schnell man aus der Tasche holen und entsperren? Naja, dafür benötigt man dann den Fingerabdrucksensor.

OnePlus 6 – Software

Das Herzstück eines jeden Geräts ist die Software. Vorinstalliert ist hier Android 8.1 Oreo mit den Sicherheitspatches von Juli 2018. Recht neu also. Darüber legt der Hersteller noch zahlreiche Features und das hauseigene OxygenOS in der neusten Version. Besonders die Fans von puren Android dürfen sich freuen, da unter OxygenOS fast keine optischen Änderungen an der Oberfläche vorgenommen werden. Top!

Ebenso verzichtet der Hersteller auf die Installation von Bloatware oder sonstiger Werbung. Durch die Individualisierbarkeit kann jeder Nutzer sein Gerät ganz nach seinen Wünschen anpassen. Wer möchte, kann sogar noch ein paar Icon-Packs nachladen. Neu ist hierbei auch die Anordnung des Alert Sliders. Dies ist ein Schieberegler für Lautlos, Vibration und Klingeln und sitzt nun auf der rechten Seite.

Neu ist hierbei die Gestensteuerung, die ich etwas erklären muss:

Mit einem Wisch von der Mitte unten ins Display kommt man bei gestarteten Apps auf den Homescreen zurück. Ist man bereits auf dem Homescreen kommt man mit einem Wisch von unten ins Display auf den App-Drawer. Wischt man von links unten oder unten rechts ins Display „drückt“ man den Zurück-Button.

Um zur Multitasking-Ansicht zu kommen, musst du von der Seite ins Gerät reinwischen und den Finger ein paar Sekunden gedrückt halten. Man benötigt etwas Eingewöhnung, um die ganzen „Wege“ zu lernen. Wer dies nicht möchte, kann die Gesten auch in den Einstellungen deaktivieren.

OnePlus 6 – Gaming

Beim Gaming bedient sich OnePlus eines kleine Tricks. Man schließt alle offenen Anwendungen startet den Gaming-Modus (Muss in den Einstellungen aktiviert werden). Hier wird die Anwendungspriorität für das gestartete Spiel hochgeschraubt, taktet die Prozessorlast ans Maximum, sämtliche Benachrichtigungen werden deaktiviert und die Internetverbindung nur auf das Spiel beschränkt. So kannst du ungestört zocken – allerdings auch auf Kosten des Akkuverbrauches. Der Gaming-Modus entfesselt die volle Leistung des Gerätes.

TL;DR

Pro:
  • hochwertige Verarbeitung
  • extrem schnelles System
  • Farbenfrohes Display
  • Gute Akkulaufzeit
  • Gute Kamera bei Tageslicht
Kontra:
  • Verbesserungspotential bei dunklen Aufnahmen
  • Kein Micro-SD-Slot
  • Kein Qi-Wireless
  • „Wasserresistent“ ohne IP-Zertifizierung

OnePlus 6 – Fazit

Das OnePlus 6 bietet für den Preis um 500 Euro ein extrem gutes Smartphone für wenig Geld. Allerdings muss man in manchen Bereichen, gerade der Kamera, kleinere Abstriche machen. Dafür punktet es bei der Schnelligkeit, der Software und den vielen Einstellungsmöglichkeiten, die andere High-End-Smartphones (teilweise) nicht bieten. Von mir gibts für den Preis um 500 Euro eine klare Kaufempfehlung!

No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.