Honor 9 im Test: Ist alles Geil was glänzt? Honor 9 im Test: Ist alles Geil was glänzt?
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Vor knapp 2 Monaten wurde das Honor 9 in Berlin vorgestellt und ich durfte die Vorstellung live miterleben. Meinen ersten Eindruck habe ich dir... Honor 9 im Test: Ist alles Geil was glänzt? 4.5

Vor knapp 2 Monaten wurde das Honor 9 in Berlin vorgestellt und ich durfte die Vorstellung live miterleben. Meinen ersten Eindruck habe ich dir bereits in diesem Artikel geschildert. Nun wird es Zeit für einen ausführlichen Test.

Mit dem Honor 9 greift Honor den Markt an und kann sich durchaus sehen lassen. Beim Design orientiert man beim letzten Highend-Modell, dem Honor 8, und zieht seine Blicke, besonders mit der Rückseite auf sich. Je nach Lichteinfall reflektiert dieses aus 15 Glasschichten (Corning Gorilla Glas) auf ganz besondere Art und Weise. Besonders bei Sonnenlichteinstrahlung sieht es einfach nur affengeil aus.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist im schicken Karton ein 1m langes USB-Kabel mit Netzstecker, ein kleines Tool zum Öffnen des SIM-Slotes auf linken Geräteseite sowie ein transparentes Back Cover zum schützen der Rückseite.
Ansonsten findet findet man auf der linken Geräteseite noch den SIM-Schlitten, in den man neben einer nanoSIM, entweder eine microSD oder eine zweite nanoSIM einlegen kann.

Auf der rechten Geräteseite findet man die Lautstärkenwippen sowie den Powerbutton. Auf der Oberseite gibt es einen Infrarotport und ein Mikrofon zu entdecken. Die Unterseite kann mit einem neuen USB-C Anschluss, einem Klinkenanschluss sowie den guten Lautsprechern aufwarten.

Verarbeitung

Bei der Verarbeitung lässt sich Honor nicht lumpen und setzt auf ein ein hochwertiges und sehr gut verarbeitetes Gehäuse. Auf der Vorderseite fühlt man keinen Übergang zwischen Glas und Aluminium-Gehäuse. Es fühlt sich fast so an, als wäre es aus einem Guss. Beim Honor 9 werden die Sensoren auf der Rückseite – als auch die auf der Vorderseite – von der Glasplatte geschützt. Die Rückseite ist sogar so aalglatt, dass es auf glatten Oberflächen langsam wegrutscht. Hier also aufpassen.

Auf der richtig geil glänzenden Rückseite findet man die allseits gelobte DUAL LENS Kamera mit Hybrid-Zoom und dem DUAL LED Blitz. Dazu später mehr. Auf der Vorderseite, klar, die üblichen Sensoren inklusive BenachrichtigungsLED und Frontkamera. Im Homebutton ein Fingerabdrucksensor mit zwei kapazitiven Tasten. Warum diese nur einem blauen LED-Punkt gekennzeichnet werden, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Dafür kann man diese in der Funktion beliebig anpassen.

Display

Das 5,15 Zoll große Display des Honor 9 ist richtig schön hell, aber auch dunkel genug, dass man es im Schlafzimmer ohne Probleme nutzen kann. Dafür sorgt das LTPS-Display mit einer FullHD Auflösung (1920×1080) im 16:9 Format. Leider verzichtet man bei diesem Modell auf native HDR Funktionen – ist aber in meinen Augen auch kein Muss.

Die Farben wirken sehr natürlich, kein übernatürliches Übersteuern. Ansonsten sind die Bilder sehr detailreich, der Schwarzwert ist sehr gut und auch vom Blickwinkel bin ich sehr begeistert. Einzig und allein bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das „glitzernde“ Design etwas und lässt das Display recht dunkel wirken. Gerade im direkten Vergleich mit dem iPhone 7 „wirkt“ es dann leicht dunkel. Für die Nacht wartet man mit ein spezieller Modus mit aktiven Blaufilter auf. Für die Preisklasse gehört das Display für mich zu den besseren Modellen.

Audio

Ich bin ein Mensch, der gerne und viel Musik hört, besonders auf dem Weg zur Arbeit. Manchmal auch im Büro, aber immer mit Kopfhörer. In das Honor 9 wurde ein Mono-Lautsprecher verbaut, der für ein Smartphone in Ordnung ist.

Damit man schnell und einfach seine Kopfhörer wechseln kann, kann man hier seine rumliegenden Kopfhörer mit 3,5mm Klinkenanschluss benutzen. Im Lieferumfang sind zwar keine dabei, aber mit Klinke gibt es sehr viel Auswahl. Die Qualität über den Anschluss ist gut, normal gut, würde ich nun sagen. Ein Kopfhörer mit USB-C kann man aber dennoch nicht anschließen, so wird es zumindest berichtet.

 

Leistung und Power

Für den nötigen Vortrieb sorgt ein hauseigener HiSilicon Kirin 960, dieser ist mit vier kleinen Cortex A53 und vier großen ARM Cortex A73 Prozessoren mit einer Leistung von 2,4 Ghz ausgestattet. In meiner getesteten Version ist das Teil mit 4 GB RAM ausgestattet, es gibt auch eine Version mit 6 GB RAM. Beim internen Speicher geizt man nicht und setzt schnelle 64 GB ein.

Beim „durch Apps wischen“ und das Starten von Apps geht ratzfatz von der Hand und die Leistung kann sich wirklich sehen lassen. Auch bei der Wärmeentwicklung kann sich das 9er Modell durchaus mit anderen Modellen mithalten. Wenn man jedoch längere Zeit Videos aufnimmt oder zockt, wird das Honor 9 handwarm. Ich bin kein Freund von Benchmarks, das ist wie mit den Abgaswerten bei Autos. Daher habe ich für mich entschieden, Benchmarks komplett außenvor zu lassen.

Für den Alltag hat das Teil aber sehr viel bums. Mit dem Akku kommt man gut durch den Tag – trotz der Leistung.

Software

Out-of-the-Box kommt das Honor 9 mit der EMUI Version 5.1, welche auf Android 7.0 Nougat basiert. Bei den Änderungen hält sich Honor aber etwas zurück, was ich gut finde. Wer möchte kann sich die Oberfläche natürlich auch nach deinen Wünschen gestalten, Launcher gibt es wie Sand am Meer.

Leider packt man auch hier wieder Unmengen an Spielen und vorinstallierte Apps auf die Kiste. Warum muss man so viele und vor allem unnötige Apps wieder draufpacken, die ich gleich wieder installiere, wenn ich das Teil einrichte? Kann das Handy nicht einfach mal nackt kommen?

Was ich toll finde, ist die „managen“ der kapazitiven Tasten links und rechts vom Homebutton. Diese kann man nach Belieben und Empfinden einstellen. Daher wahrscheinlich auch die Kennzeichnung der beiden Tasten mit dem Punkt. Wäre ja auch blöd, wenn diese immer „falsch“ konfiguriert sind. Wer diese nicht nutzen möchte, kann diese auch deaktivieren und per Wischgeste auf dem Homebutton ausführen. Tolle Sache!.

Kamera

Schon bei der Vorstellung des Modells in Berlin hatte Honor große Töne gespuckt, doch hält die Kamera was sie verspricht? Wie auch schon bei Vorgänger, setzt man hier auf eine 12 MP Kamera mit RGB Sensor und eine 20 MP Kamera mit Monochrom-Sensor.

Beide Kameras leisten gute Arbeit und machen hervorragende Bilder. Besonders die Funktion des Bokehs gefällt mir ganz gut. Mit einer DSLR kann man die Qualität zwar nicht vergleichen, für einen Kameraersatz kann man das Honor 9 durchaus sehen. Der Monochrome-Sensor spielt deine Stärken bei schlechten Licht aus. SchwarzWeiß-Fotografie hat was eigenes für sich.

Wenn man den HDR-Modus aktiviert, sehen die Bilder nochmals großartiger, teilweise sogar etwas „zu“ unrealistisch aus. Der Autofokus reagiert sehr schnell und begeistert. Auch der Kontrast und die Farbwiedergabe sieht richtig gut aus. Wer sich mit Fotografie auskennt, wird den „Pro Modus“ lieben. Einstellungen vom Feinsten und ja, man kann wirklich alles nach Wünschen einstellen. Timelaps, Slow-Motion und UHD-Videos, alles da. Perfekt. Leider ohne OIS.

Kleine Abzüge in der B Note muss ich dem Hybrid Zoom geben. Man merkt, dass die Software hier deutlich mehr „Schaffen“ muss. Gerade bei feiner Linienführung in Objekten sieht man die Klötzchenbildung etwas. Das ist aber meckern auf hohen Niveau.

Mit der Frontkamera bin ich allerdings eher mäßig zufrieden. Direkt zu Beginn ist der „Beauty Filter“ mit übertriebenen Einstellungen aktiv. Wenn man diesen in den Einstellungen runterschaubt, kann man mit der Frontkamera ganz gute Bilder hinbekommen. Auch bei Gegenlicht.

Akku und Ladung

Wenn man den Akku mal mit einer Handvoll Zyklen kalibriert hat, kommt man mit dem 3200 mAh Akku gut über den Tag – wenn man weniger spielt, auch auf gut 2 Tage. Sobald der Akku zu Neige geht, kann man den Ultra Battery Saver Modus aktivieren. Hier kommt man sogar auf deutlich längere Nutzungszeiten. Das Besondere: Man kann bis zu 6 Anwendungen freischalten, die im Ultra Modus funktionieren, der Rest wird blockiert.

Mittlerweile komme ich mit dem Honor 9 gut über den Tag. Es macht Spaß, es auch für die Arbeit zu benutzen. Mit etwas über 4 Stunden Display-on-Time gehe ich dann abends schlafen. Ein ganz guter Wert für diese Preisklasse

Mit dem beigelegten Quick-Charge Netzteil steht das Honor 9 mit 2A und bis zu 9V unter Spannung. Innerhalb von wenigen Minuten ist der Akku wieder ratzfatz teilgeladen. In knapp 120 Minuten ist es von 0% zu 100% voll, wobei die ersten 70-80% innerhalb von einer knappen Stunde geladen sind. Immer mehr Ladegeräte – auch von anderen Zubehör-Hersteller, unterstützen die QC-Funktion.

Sonstiges

Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber in Lieferumfang sind keine Kopfhörer enthalten. Bei anderen Herstellern wandern diese gleich wieder in den Müll, daher finde ich es gut, dass man diese hier einfach weg lässt.

Im Lieferumfang ist eine Plastikhülle für die Rückseite enthalten. Diese verkratzt relativ schnell, trotz vorsichtiger Umgangsweise. Wer also längere Zeit mit dem Honor 9 hantiert, sollte sich eine Hülle im Zubehörhandel besorgen. Gerade weil die schöne Rückseite sehr rutschig ist.

Trotz der hochwertigen Verarbeitung verzichtet man hier auf eine IP-Zertifizierung. Daher sollte man schauen, dass das Honor 9 kein Spritzwasser abbekommt. Was die IP-Zertifizierung bedeuten, findest du in diesem Artikel.

Fazit des Honor 9 Test

Das Honor 9 ist ein Hingucker, besonders die Rückseite ist großartig und zieht die Blicke auf sich. Von der Haptik und verwendeten Technik kann das Honor 9 überzeugen. Hier passt Preis-Leistung einfach. Die Software läuft fluffig und es gibt kein Grund zur Beanstandung, nur bei der Frontkamera gibt es Abzüge.

Das Honor 9 eine klare Kaufempfehlung für den Sommer Herbst 2017 als High-End-Smartphone zu einem guten Preis um die 400 Euro.

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