Der Pace Link macht dein Auto zu einem Smartcar – naja, fast! Der Pace Link macht dein Auto zu einem Smartcar – naja, fast!
Der neue PACE Link ist nun seit wenigen Wochen aus der Beta-Phase raus und ich habe mir den „kleinen“ mal genauer angesehen. Als Kickstarter-Projekt... Der Pace Link macht dein Auto zu einem Smartcar – naja, fast!

Der neue PACE Link ist nun seit wenigen Wochen aus der Beta-Phase raus und ich habe mir den „kleinen“ mal genauer angesehen.

Als Kickstarter-Projekt wurde der Pace Link früher vorgestellt, nun ist aus dem kleinem Stecker ein ganz Großer geworden. Dieser lässt sich mit den meisten Autos ab den Baujahr 1996 über die gesetzlich vorgeschriebene ODB2-Buchse im Auto verbinden. Diese ist ab 2001 für alle Benziner und ab 2004 für alle Diesel-Fahrzeuge Pflicht. Damit wäre dein Auto sehr wahrscheinlich in der Lage, mit dem neuen Pace Link zu sprechen und dir alle wichtigen Parameter rund um dein Auto anzuzeigen.

Dieser neue Stecker zeigt über eine App alle möglichen Fahrzeugdaten an, die man sonst nur in der Werkstatt auslesen kann. Zumindest diese Daten, die der Hersteller auch für den freien Markt freigegeben hat. Welche Daten der Link bei deinem Auto genau anzeigen kannst, erfährst du über die Webseite.

Hardware

Der Pace Link ist sehr klein und kann aufgrund der Baugröße direkt hinter der Verkleidung versteckt werden. Wo du deine ODB2-Buchse in deinem Auto findest, weiß die oben verlinkte Webseite oder deine Werkstatt.

Damit man diesen nun Betrieb nehmen kann, muss man sich noch die Pace App aus dem Play Store oder dem App Store herunterladen. Kurz anmelden und den Anweisungen in der App zur Kopplung folgen. Die Kopplung selbst dauert nur wenige Sekunden und geht mit einem kurzen Drücken auf den Pace Link, wenn die App danach fragt. Die weitere Einrichtung geht schnell von der Hand und dauert keine 5 Minuten.

Zu Beginn fragt die App einen ein paar Daten, z.b wie der Kilometerstand ist. Danach hat man Zugriff auf viele Parameter, welche genau, gibt dein Fahrzeughersteller vor. Bei meinem BMW konnte ich auf alle Parameter, mit Ausnahme der Öltemperatur, zugreifen.

So sieht die Pace App aus:

Die gängigsten Funktionen sind:

  • Aktuelle Motorlast
  • Turbo (wenn vorhanden)
  • Kühlwassertemperatur
  • Batteriespannung (sofern unterstützt)
  • aktueller Verbrauch, ermittelter Verbrauch (weicht massiv ab!)
  • Fahrtdauer
  • aktuelle Geschwindigkeit
  • Drehzahl
  • aktueller Gang
  • sowie einen Eco-Score.

Ebenso gibt es eine grafische Anzeige mit den Drehzahlen, einer Schaltempfehlung, der Fahrtgeschwindigkeit sowie der aktuellen Querbeschleunigung.

Weitere Funktionen können über die App genutzt werden:

Fahrtenbuch.
Wenn du möchtest, kannst mit diesem Steckerchen auch dein digitales Fahrtenbuch für das Finanzamt führen. Hierzu wurde der Pace Link erst kürzlich zertifiziert worden.

Fehlercode Analyse
Mit der integrierten Fehlercode Analyse kannst du deinen Kontrollleuchten auf die Spur kommen und so den Fehlercode in deinem Auto auslesen. Hierbei sollte man aber die Kirche im Dorf lassen. Ich habe bei meinem 1er BMW immer mal wieder sporadisch eine gelbe Motorkontrolleuchte, die BMW bekannt ist. P13B6 oder auch 002A99 genannt taucht immer mal wieder bei sämtlichen Auslesegeräten aus, auch bei BMW, aber leider nicht beim Pace Link. Hier sagt er, es wäre alles gut, aber der Motor drosselt seine Leistung bis zum nächsten Neustart. Danach steht die Leistung wieder vollständig zur Verfügung. Der Support von Pace meinte, dass man nur „Generic” Codes angezeigen kann, Hersteller spezifische Codes derzeit noch nicht / möchte man nicht.

Find My Car
Solltest du auf einem großen Parkplatz stehen und vergessen wo du dein Auto abgestellt hast, kannst du dein letzten Standort lokalisieren und dich dorthin (zu Fuss) navigieren lassen.

Tracking der Benzinkosten
Hier sehe ich noch Verbesserungsbedarf. Über die ODB2 Schnittstelle möchte man die getankte Benzinmenge nachvollziehen, zumindest was das Auto aktuell angibt. In meinem Test hatte ich das Auto von fast leer auf komplett randvoll getankt. Die Tankanzeige in der App sagte 74%. Auch nach einem Update bleibt die Anzeige fälschlicherweise so.

Tankstellenfinder
Aufgrund einer neuen gesetzlichen Regelung müssen alle Tankstellen nun Ihre jeweiligen Preise online in einer Datenbank speichern. Du kannst nun darauf zugreifen, um die neusten Benzin-Preise zu sichten. Ein ähnliches Prinzip wie 1-2-3 Tanken.

Spritspartrainer
Damit du lernst, wie du optimal und Spritsparend beschleunigst, kann dir ein Trainer helfen. Dieser zeigt dir mit Hilfe einer optische Rot/Grün-Anzeige an, wie du am besten Gas gibst und schalten solltest.

Automatischer Notruf
Hast du einen Unfall, stellt der Pace Link über dein Smartphone eine Funkverbindung zur Rettungszentrale her. Wenn du nicht innerhalb von 30 Sekunden auf den eingehenden Anruf der Rettungszentrale reagierst, werden deine Daten sowie dein aktueller Standort an den Rettungsdienst weitergeleitet und ein Notarztwagen macht sich auf den Weg. So kann dir schnell geholfen werden. Tolle Sache!
Übrigens: Ab 2018 ist ein solches System in Neuwaren Pflicht – alle Hersteller werden sich daran halten.

Performance Monitor
Hier kannst du alle relevanten Fahrdaten über dein Auto erfahren: wie deine Querbeschleunigung ist, welche Leistung du von deinem Auto abrufst oder auch nur wie hoch deine Temperaturen sind.

Webansicht – Cockpit
Über das Cockpit in der Webansicht kannst du alle deine Daten von der App auch in einer Weboberfläche sehen. Für diejenigen unter uns, die auch mal gerne am PC/Mac sitzen und sich die Sachen an einem großen Bildschirm ansehen.

Meine Erfahrungen nach knapp 4 Wochen.

Die Einrichtung und die Nutzung gestaltet sich als sehr freundlich. Eine tolle hübsche App und ein kleiner Stecker, so sollte das sein. Damit die App aber gut funktioniert, benötigt sie ständig eine Datenverbindung und euren Standort. Doch auch ohne die Angabe des Standortes lässt sich die App super nutzen und kann Informationen wie Spritverbrauch, Geschwindigkeit und Umdrehungen anzeigen.

Beim Benzinverbrauch und auch bei der Benzinanzeige stimmen die Daten hinten und vorne nicht. Hier ist man aber dran.
Die Menge an gesammelten Daten ist auf der einen Seite toll, auf der anderen Seite landen diese ungefragt in der Cloud. Das könnte man vielleicht eleganter lösen.

Besonders bei der Fehlercode Analyse lehnt sich Pace deutlich aus dem Fenster, was ich nicht nachvollziehen kann. Oben habe ich es schon beschrieben, dass ein Hersteller-Fehler nicht erkannt wird. Eventuell kann dies auch an meinem Auto liegen. Die Herstellereigenen Codes (von allen Fahrzeugherstellern) könnte man noch in die ODB2 Datenbank integrieren, andere Stecker und Tools haben dies bereits jetzt schon. (Laut Pace ist dies jedoch ein Sicherheitsmerkmal, was ich nicht ganz verstehe – man verwendet hier angeblich eine andere Technologie bzw greift auf eine andere Datenbank im Auto zurück)

Links ist mein „alter“ Pearl-ODB2-Stecker für wenige Euro, rechts der neue Pace Link ODB2 Stecker. Der Größenunterschied ist groß – der Leistungsunterschied leider auch.

Fazit:

Dieser Stecker rentiert sich für alle Nutzer, die kein aktuelles Auto haben, welches diese Daten von sich aus über den integrierten Boardcomputer anzeigt. Allerdings sollte man dabei beachten, dass die Software derzeit noch weiterentwickelt wird und die angezeigten Daten noch nicht 100% stimmig sind. Insbesondere beim Verbrauch liegt man deutlich über den Werten. Vielleicht liegt dies an den vielen unterschiedlichen Autos oder an den vielen unterschiedlichen Protokollen.

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Stecker zu kaufen, um die Daten des Autos im Blick zu haben und auch im Fall der Fälle abgesichert zu sein, sollte sich den Pace Link mal ansehen

-> Bestelle dir nun dein Pace Link auf pace.car!

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