Curiosity – Ein Hype der glücklich macht? Curiosity – Ein Hype der glücklich macht?
Es gibt Spiele, die gehen komplett an einem vorbei. Und es gibt Spiele, die lösen einen richtigen Hype aus, so dass es nahezu unmöglich... Curiosity – Ein Hype der glücklich macht?

Es gibt Spiele, die gehen komplett an einem vorbei. Und es gibt Spiele, die lösen einen richtigen Hype aus, so dass es nahezu unmöglich ist, dieses Spiel zu verpassen. Curiosity von 22Cans gehört definitiv zur letzten Sparte. Warum das so ist, kann ich eigentlich gar nicht so richtig beantworten. Aber immer mehr Leute scheinen vom Curiosity-Virus infiziert zu werden. Ja sogar die Medien fangen an, über dieses Spiel zu berichten. Doch was hat es mit dem kostenlosen Spiel aus dem App- oder Play-Store für aktuelle Smartphones und Tablets denn nun genau auf sich?

Schaut man sich das Spiel zunächst nüchtern betrachtet an, gibt es nichts Bahnbrechendes zu erkennen. In 3D sieht man einen Würfel, der im Raum schwebt. Das Spielziel ist dabei eigentlich recht simpel: Erreiche das Innere des Würfels, um zu erfahren, was im Würfel steckt. Doch das klingt einfacher als es ist. Denn es gibt viele, verdammt viele Schichten. Um das Spielziel also zu erreichen muss man nun Schicht um Schicht des Würfels abtragen. Das Besondere: Alle Spieler teilen sich online einen Würfel und das Spielziel, also die Frage zu beantworten, was drin steckt, kann nur von einem Spieler erreicht werden, dem Spieler, der die letzte Schicht abträgt und schließlich in Innere des Kubus vordringt.

Curiosity (1)

Allein die Frage beantworten zu wollen, was schließlich im Inneren des Würfels steckt, kann schon süchtig machen und motivieren, Schicht um Schicht weiter in den Kubus vorzudringen. Jeder der einmal „Lost“ gesehen hat, wird wissen wovon ich rede. Dort hat man auch nur noch weitergeschaut, um zu erfahren, welche schrägen Dinge auf der Insel vor sich gehen. Und heutzutage will jeder wissen, wie Ted seine Frau(massiver Spoiler!) in „How I Met Your Mother“ kennengelernt hat, bzw. wer überhaupt die Frau und Mutter ist. Aus diesem Blickwinkel spielt das Game also nur so mit der menschlichen Neugier und motiviert via versteckter Psychologie permanent zum weiterspielen.

Curiosity (2)

Vorab: Curiosity kann völlig kostenlos über den iTunes App- Store für iOS oder Google Play-Store für Android-Geräte heruntergeladen werden. Auch das Spielen ist absolut kostenlos. Allerdings gibt es sogenannte In-App-Käufe, mit denen man sich kurzfristige „Booster-Packs“ freischalten kann. Mit diesen „Booster-Packs“ kann man sich schneller durch die Schichten fräsen, gezielte Nachrichten hinterlassen (die meistens für Website-Werbung missbraucht werden), oder globale Statistiken einsehen. So kann man in etwa errechnen, wie viele Schichten es insgesamt gibt, wie viele Spieler welche Anzahl an Schichten in einer gewissen Zeit abbauen und wie lange es in etwa noch dauert, bis die letzte Schicht abgetragen wird. Diese Packs kosten dann natürlich reales Bares und sind zudem zeitlich extrem limitiert. Die Geldinvestition lohnt sich also wirklich nur für den, der am Ende als Sieger dar steht und das Geheimnis lüftet, was in dem Würfel ist. Alle anderen gehen leer aus und haben sinnlos ihr Geld ausgegeben.

Curiosity (3)

Schaut man mal über den Tellerrand, ist eine derartige Monetarisierung wie ja etwa bei Casino-Games und dem Glücksspiel verboten. Pocket-Games mit dem Einsatz von Echtgeld stehen ja nach wie vor auf der schwarzen Liste. Hat 22Cans etwa ein Schlupfloch gefunden, wie man trotz Verbot mit Glücksspiel Geld verdienen kann? Oder ist Curiosity die neue, getarnte, Form des Glücksspiels? Ein weiterer interessanter Aspekt: Wenn Curiosity wirklich ein Glücksspiel ist, stimuliert es dann evtl. auch die nachgewiesenen Bereiche des Gehirns, wie es etwa andere Glücksspiele auch tun? Das wäre natürlich auch ein Grund, warum das Game so erfolgreich ist und mittlerweile Kultstatus genießt. Wahrscheinlich ist es jedoch nur ein cleverer Schachzug, um das nächste Projekt von 22Cans, die Göttersimulation „Godus“, quer zu finanzieren.

No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.